| Abstract | Kommunale Verwaltungen sind zunehmend Ziel von Cyberangriffen. Deren erfolgreiche Durchführung kann erhebliche Schäden an kritischer Infrastruktur und im Verwaltungsbetrieb verursachen. Bestehende IT-Sicherheitsarchitekturen basieren häufig auf perimeterorientierten Schutzkonzepten, die gegenüber modernen Angriffsvektoren unzureichend sind. Die vorliegende Handreichung beschreibt erste umsetzbare Maßnahmen zur Einführung einer Zero-Trust-Architektur (ZTA) in Kommunen und Landkreisen. Diese Maßnahmen können einen unmittelbaren und nachhaltigen Sicherheitsgewinn bieten. Auf Basis des Zero-Trust-Paradigmas werden die Maßnahmen entlang fünf technischer Säulen systematisch strukturiert: Identität, Geräte, Netzwerk, Workload und Apps sowie Daten. Die Handreichung verfolgt einen praxisorientierten, evolutionären Ansatz. Für jede dieser Säulen werden konkrete Umsetzungsschritte hin zu einer ZTA identifiziert. Hierzu zählen beispielsweise Multi-Faktor-Authentifizierung und das Least-Privilege-Prinzip im Bereich Identität, zentrale Geräteinventarisierung und Echtzeit-Überwachung von Endpunkten im Bereich Geräte, Netzwerksegmentierung mit Überführung in Mikrosegmentierung mittels Software-Defined-Networking, ein zentrales Software-Inventar, die Integration eines Sicherheitsinformations- und Ereignismanagements (SIEM) sowie ein strukturiertes Dateninventar als Grundlage für differenzierte Schutzbedarfe. Die Kombination dieser Maßnahmen erschwert erfolgreiche Angriffe und begrenzt deren Schadensausmaß im Eintrittsfall erheblich. Die schrittweise Einführung einer Zero-Trust-Architektur ist für Kommunen und Landkreise eine realisierbare und langfristig wirksame Strategie, um die Cyberresilienz zu stärken. Der evolutionäre Ansatz ermöglicht einen kontrollierten Übergang, ohne den laufenden Verwaltungsbetrieb zu unterbrechen. |
|---|