Nationales Forschungs­zentrum für angewandte Cyber­sicher­heit ATHENE

© Catharina Frank

Neues Forschungs­zentrum ATHENE: Fraunhofer und Darmstädter Hochschulen treiben Cyber­sicher­heit für erfolgreiche Digitalisierung voran

Darmstadt, 4.12.2019. Die Digitalisierung ist in vollem Gange. Grundvoraussetzung für ihr Gelingen und damit eine zentrale Bedingung, um auch in Zukunft eine führende Position im inter­nationalen Wettbewerb einzunehmen, ist die Cyber­sicher­heit. Um Lösungen für die He­raus­for­de­rung­en der Zukunft zu entwickeln, hat das neue »Nationale Forschungs­zentrum für angewandte Cyber­sicher­heit ATHENE« als Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft mit Beteiligung der Technischen Universität Darmstadt und der Hochschule Darmstadt die Arbeit aufgenommen. ATHENE ist das europaweit größte Forschungs­zentrum für angewandte Cyber­sicher­heits­for­schung und ein wesen­tlicher Bestandteil der Cyber­sicher­heitsstrategie des Bundes und des Landes Hessen. Anlässlich der Eröffnung besuchten Bun­des­for­schungs­mi­nis­ter­in Anja Karliczek und die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn das neue Forschungs­zentrum.

Chancen und Risiken liegen in der digitalen Welt eng beieinander. Wer online ist, ist angreifbar. Je komplexer die Strukturen, desto verletzlicher sind sie. Es ist Aufgabe der Cyber­sicher­heits­for­schung, die Risiken zu minimieren, um die Chancen besser nutzen zu können. Aus diesem Grund entwickeln Experten des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informations­technologie SIT und des Fraunhofer-Instituts für Graphische Da­ten­verarbeitung IGD gemeinsam mit Wissenschaftlern der Technischen Universität Darmstadt und der Hochschule Darmstadt unter dem Dach des größten Forschungs­zentrums für angewandte Cyber­sicher­heits­for­schung ATHENE Lösungen für mehr digitale Sicherheit.

Säule der deutschen Cyber­sicher­heitsstrategie

Anlässlich ihres Besuchs am neuen Nationalen Forschungs­zentrum für angewandte Cyber­sicher­heit ATHENE erhielten Bun­des­for­schungs­mi­nis­ter­in Anja Karliczek und die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn Einblicke in ausgewählte Forschungsergebnisse der europaweit größten Forschungseinrichtung für angewandte Cyber­sicher­heit.

Bun­des­for­schungs­mi­nis­ter­in Anja Karliczek sagt: »Die Sicherheit von Daten­netzen betrifft uns alle im täglichen Leben. Zentrale Infrastrukturen für Stromnetze, Verkehrswege, Krankenhäuser und Verwaltung sind abhängig von sicheren Daten­netzen. Unsere technologische Souveränität müssen wir stärken – für die Menschen in unserem Land und für die Wirtschaft. Mit diesem Ziel vor Augen unterstützt die Bundesregierung das nationale Forschungs­zentrum ATHENE.«
»Wir sind sehr stolz darauf, dass in Darmstadt das europaweit größte Forschungs­zentrum für angewandte Cyber­sicher­heits­for­schung entstanden ist«, erklärt die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn. »Wir als Landes­re­gie­rung haben die Sicherheit in der digitalen Welt früh als zentrales Zukunftsthema erkannt und deshalb den Aufbau des Zentrums schon seit 2008 im hessischen Forschungsförderungsprogramm LOEWE massiv unterstützt. Dadurch haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich der Bund entschlossen hat, dieses Zentrum in Darmstadt zu unterstützen. Das ist ein Gewinn auch für den wissen­schaft­lichen Nachwuchs der beiden beteiligten Hochschulen und damit für den Wissenschaftsstandort Hessen, denn anders als bei den rein außer­uni­ver­sitären anderen Cyber­sicher­heitszentren ist es uns gelungen, die Hochschulen stark einzubeziehen. Dafür danke ich der Fraunhofer-Gesellschaft und den Hochschulen sehr.«

»Cyber­sicher­heit ist ein Grundpfeiler der Digitalisierung. Ohne sie kann die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft nicht gelingen,« sagt Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. »Im Forschungs­zentrum ATHENE werden wir zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Hochschule Darmstadt wirkungsvolle Lösungen erforschen und entwickeln, die dazu beitragen, das Potenzial der Digitalisierung zum Wohle aller umfänglich zu nutzen.«
Die Präsidentin der Technischen Universität Darmstadt, Prof. Tanja Brühl, bestätigt dies und ergänzt: »Der Ausbau des Nationalen Forschungs­zentrums für angewandte Cyber­sicher­heit ATHENE ist für den Forschungsstandort Darmstadt und die Technische Universität Darmstadt ein großer Erfolg. Damit wird die Kooperation zwischen der TU und Fraunhofer im Bereich Cyber­sicher­heit dauerhaft verstetigt. Die seit langem bestehende Forschungsexzellenz der TU Darmstadt kann also in ATHENE gemeinsam weiterentwickelt werden. Dank ATHENE gibt es keine andere Universität in Europa, die eine größer und besser ausgebaute Cyber­sicher­heit hat als die Technische Universität Darmstadt.«

»Die Hochschule Darmstadt arbeitet innerhalb dieses einzigartigen Zentrums sehr gerne daran mit, neueste Erkenntnisse auf dem Feld der angewandten Cyber­sicher­heit in die Gesellschaft zu tragen. Unsere Mitwirkung in diesem bedeutsamen Zentrum ist auch Beleg für die vorzügliche anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsarbeit, die wir an der h_da leisten«, sagt Prof. Dr. Ralph Stengler, Präsident der Hochschule Darmstadt.

Das Kooperations­modell in ATHENE sieht neben der Mitwirkung der Hochschulen in einer Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft agil initiierbare Forschungs­vorhaben vor, die es beispielsweise ermöglichen, schnell auf neue Typen von Schwachstellen oder Angriffen zu reagieren. Bund und Land planen die Förderung für ATHENE von aktuell 12,5 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 37 Millionen Euro im Jahr 2026 auszubauen.