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Erfolgreiche Einreichungen auf der ACM CHI
ATHENE-Forschende präsentieren ihre Paper auf der renommierten ACM CHI Conference on Human Factors in Computing Systems, kurz CHI. CHI ist die wichtigste internationale Konferenz über die Interaktion zwischen Mensch und Computer und dient als Plattform für Forschende, Praktiker*innen und Branchenführer, um ihre neuesten Arbeiten und Ideen auszutauschen und die Zusammenarbeit und Innovation auf diesem Gebiet zu fördern.

Die akzeptierten Paper sind:
Meme, Myself and AR: Exploring Memes Sharing in Face-to-face Conversation using Augmented Reality
Autoren: Yanni Mei, Samuel Wendt, Flroian Müller, Jan Gugenheimer
In dem Paper beschreiben die Forschenden eine Studie, in der sie untersuchten, wie Internet-Memes mithilfe von Augmented Reality (AR in direkte Gespräche integriert werden können. Sie identifizierten drei Visualisierungsarchetypen: The Meme on Me, bei dem Meme-Figuren mit dem eigenen Körper verschmelzen, Me in the Meme, bei dem die nutzende Person in die Meme-Umgebung versetzt wird, sowie Meme as Visual Reference, bei dem das Meme als visueller Verweis die gesprochene Sprache ergänzt. Die Ergebnisse zeigen, dass AR-Memes die Gesprächsqualität nicht beeinträchtigen und von den Studienteilnehmenden für künftige Konversationen als attraktiv bewertet werden.
Mit ihrer Studie leisten die Forschenden einen Beitrag zum Verständnis, wie digitale Kommunikationsformen – konkret Internet-Memes – durch AR-Technologie in physische Alltagsgespräche überführt werden können. Dies berührt grundlegende Fragen der sozialen Interaktion in einer zunehmend von digitalen Medien durchdrungenen Gesellschaft.
Das Paper ist im Rahmen des ATHENE Projekts „XRGuard - A Security Mechanism to Detect and MitigatePerceptual Manipulations in Extended Reality“ entstanden.
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Anticipation Without Acceleration: Benefits of Shared Gaze in Collocated Augmented Reality Collaboration
Autoren: Julian Rasch, Vladislav Dmitrievic Rusakov, Jan Leusmann, Florian Müller, Albrecht Schmidt
In dem Paper untersuchen die Forschenden, ob und in welchen Situationen mittels Augmented Reality geteilte Blickinformationen die Zusammenarbeit in physischen Räumen verbessern können.
Das Paper liefert wichtiges Grundlagenwissen darüber, wie sich geteilte Blickinformationen auf gemeinsame Aufmerksamkeit, wahrgenommene Nützlichkeit, Belastung und die Grenzen solcher AR-Unterstützung auswirken. Die Ergebnisse sind auch für die ATHENE-Forschung relevant, denn sichere und effektive Zusammenarbeit – ob im Büro, online oder in gemischten Arbeitsumgebungen – setzt voraus, dass alle Beteiligten dieselben Informationen wahrnehmen, die Lage gleich einschätzen und ihr Handeln aufeinander abstimmen können.
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Do It Fast, Forget It Fast: How Timing and Limb Visualizations Affect First-Person Augmented Reality Instructions
Autor*innen: Clara Sayffaerth, Ehbal Ablimit, Annika Köhler, Jonas Wombacher, Albrecht Schmidt, Florian Müller
In dem Paper beschäftigen sich die Forschenden mit der Gestaltung von AR-Instruktionen für reale Handlungsabläufe. Sie arbeiten dabei insbesondere die Abwägung zwischen Effizienz, Erinnerungsleistung, Komfort und Embodiment heraus: Soll eine Anleitung schnell und bequem sein, kann das dazu führen, dass Nutzende weniger behalten oder sich weniger sicher in ihrem Körper und ihrer Umgebung fühlen – und umgekehrt.
Die Forschenden untersuchen zudem, wann es sinnvoll ist, eine Aufgabe schnell zu erledigen und wann Tempo auf Kosten des Lerneffekts geht. Außerdem zeigen sie, wie visuelle Hinweise aussehen müssen, damit digitale Unterstützung nicht verwirrt, sondern Menschen zuverlässig und sicher durch eine Aufgabe führt.
Die Erkenntnisse aus der Studie sind für die ATHENE-Forschung relevant, da sichere digitale Systeme nicht nur technisch korrekt funktionieren müssen, sondern Menschen auch so anleiten sollen, dass sie Handlungen in der physischen Welt zuverlässig, verständlich und mit geringer Fehlerrate ausführen können.
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From TikTok to Telegram: Cross-Platform Efficacy and User Acceptance of Erroneous and Flawless Misinformation Interventions
Autor*innen: Katrin Hartwig, Tom Biselli, Franziska Schneider, Immanuel Lamp, Christian Reuter
In dem Paper beschreiben die Forschenden eine Studie, in der verschiedene Möglichkeiten zur Intervention gegen Misinformationen in den sozialen Netzwerken getestet wurde: In einem groß angelegten Online-Experiment mit 1.004 Teilnehmenden untersuchten sie, wie fünf verbreitete Gegenmaßnahmen gegen Falschinformationen - nämlich Faktenprüfungen, Gemeinschaftshinweise (Community Nots), Indikatoren, Genauigkeitsaufforderungen (Accuracy Prompts) und Impfstoff- ähnliche Vorab-Informationen (sogenannte Inoculation) – auf drei sozialen Plattformen (TikTok, Telegram und X) wirken und wie Nutzende diese wahrnehmen.
Die Studie zeigt, dass professionelle Faktenprüfungen und Indikatoren die Wahrnehmung von Falschinformationen als glaubwürdig signifikant reduzieren, und dies plattformübergreifend und unabhängig vom Inhaltsformat. Entscheidend ist jedoch: sobald die Gegenmaßnahmen fehlerhafte Ergebnisse liefern – etwa indem sie korrekte Inhalte als falsch kennzeichnen oder Falschinformationen unmarkiert lassen –, sind die Effektivitäts- und Akzeptanzwerte nicht mehr sichtbar.
Die Ergebnisse dieser Studie fließen in das ATHENE-Projekt CYNTRA ein.
Neben der Präsentation der Paper stellen die Forschenden eine unter anderem im ATHENE Projekt XR Guard entstandene interaktive Demo vor. Sie untersucht, wie man mithilfe von LLMs und sogenannten Shadern (Programmen, die steuern, wie Farben, Licht und Oberflächen auf dem Bildschirm dargestellt werden) das visuelle Erleben von Nutzenden in Augmented Reality verändern und manipulieren könnte. Mehr dazu unter: https://programs.sigchi.org/chi/2026/program/content/229905
Die ACM CHI 2026 findet vom 13. - 17. April in Barcelona statt.
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