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Desinformationserkennung anhand von Netzwerkanalysen - ein Instrument zur Durchsetzung der Pflichten des DSA am Beispiel von Telegram

AutorPanahi, Tahireh; Hornung, Gerrit; Schäfer, Karla; Choi, Jeong-Eun; Steinebach, Martin; Vogel, Inna
Datum2023
ArtBook Article
AbstraktDesinformationen werden verstärkt zu Krisenzeiten wie z. B. während der Covid-19 Pandemie oder dem Angriffskrieg auf die Ukraine erstellt und verbreitet. Propagandistische Akteure aus dem Ausland, aber auch z. B. extremistische Gruppen im Inland verwenden für ihre Desinformationskampagnen soziale Medien. Telegram stellt einen fast unmoderierten Kom­muni­kations­dienst dar, der die Möglichkeit der nahezu ungestörten Verbreitung von Desinformationen ermöglicht. Unter anderem, um der Verbreitung von falschen und irreführenden Tatsachenbehauptungen entgegenzutreten, wurde von der EU der Digital Services Act (DSA) erlassen. Für die Erfüllung der darin angeordneten risikobezogenen Pflichten wird in diesem Beitrag das Instrument der Netzwerkanalyse vorgeschlagen und anhand des Hybrid-Mediums Telegram näher erklärt. Desinformationen können durch eine Netzwerkanalyse zwar auf inhaltlicher Ebene nicht direkt erkannt werden; in einem nutzerstarken Dienst wie Telegram ist es ist aber möglich, die Verbindungen zwischen Akteuren zu ermitteln und zu charakterisieren. Die Netzwerkanalyse kann daher als ein erstes Tool zur Desinformationserkennung im Rahmen der risikobezogenen Pflichten des DSA eingesetzt werden, verursacht aber auch rechtliche und technische Herausforderungen bei der Umsetzung.
ISBN978-3-7560-0518-5
Urlhttps://publica.fraunhofer.de/handle/publica/458451