Aktuelle
Meldungen
Finalisten ATHENE UP26@it-sa: Blindsight im Interview
Blindsight ist einer der fünf Finalisten für den ATHENE UP26@it-sa Award
Blindsight schafft Transparenz über den gesamten AI-Stack – von Prompt Injection bis Shadow AI. Gegründet von Ethical-Hacking-Experte Guilherme Santos, der immer wieder dieselben Lücken in vermeintlich abgesicherten KI-Systemen fand. Das Ziel: KI-Einsatz nicht verbieten, sondern sicher machen.

Euer Startup in einem Satz?
Blindsight schafft Transparenz über den gesamten AI-Stack eines Unternehmens und schützt ihn end-to-end, von Prompt Injection über RAG und Training Data Poisoning bis hin zu Shadow AI.
#AISecurity #ShadowAI #TrustworthyAI
Wie ist eure Geschäftsidee entstanden?
Guilherme hat zahlreiche Assessments an KI-Systemen durchgeführt und dabei immer wieder dieselben Schwachstellen gefunden. Selbst Systeme, die bereits durch AI Security Tools abgesichert waren, blieben angreifbar – und schufen so neue Risiken in vermeintlich sicheren Umgebungen. Das war der Ausgangspunkt: Gemeinsam mit dem Team machte er sich daran, diese Lücken zu schließen.
Bei Keynotes und Live-Hacking-Demonstrationen auf Konferenzen weltweit sprach Guilherme mit zahlreichen CISOs und CEOs. Ihr Feedback Anfang 2026 bestätigte, wie unmittelbar die Technologie einige der drängendsten Pain Points im Markt adressiert und dass Blindsight auf dem richtigen Weg ist.
Wie groß ist euer Team, wer gehört dazu und wie habt ihr euch gefunden?
Blindsight besteht aus einem fünfköpfigen Kernteam sowie vier strategischen Beratern. Zusammengefunden hat sich das Team über die Cybersecurity-Szene. Die technischen Gründer kennen sich seit über sieben Jahren und arbeiteten bereits als Cybersecurity-Experten zusammen.
Maurits traf Guilherme und Mário im Frühjahr 2025 nach deren Vortrag auf einer Zürcher Cybersecurity-Konferenz, die er mitorganisiert hatte. Das gemeinsame Interesse an AI Security und die sich rgänzenden Hintergründe waren der Anfang von Blindsight.
Guilherme Santos (CEO) zählt international zu den führenden Ethical Hackern und AI Security Experten. Über die letzten Jahre hat er Assessments und Red Teamings für zahlreiche Großunternehmen durchgeführt. Zuvor verantwortete er als Security Architect bei Kühne & Nagel die sichere Einführung von KI und Cloud.
Filipe Azevedo (CTO) ist Application Security Engineer auf PrincipalEbene und war zuvor für Enterprise Projekte bei Checkmarx verantwortlich.
Filipa Barros, PhD (Head of Research) hat in Informatik an der FCUP/LIACC promoviert.
Maurits de Knecht (CCO/CFO) verantwortet Vermarktung und Finanzplanung; zuvor war er im Technologie-Investmentbereich bei G Squared und Mountain Capital Partners tätig und hat gemeinsam mit dem Cybersecurity Unternehmer Dr. Cornelius Boersch einen VC-Fonds im Bereich AI, DeepTech und Security aufgebaut.
Mário Portocarrero (COO) leitet das Produktdesign und die Validierung in Zusammenarbeit mit Designpartnern.
Die Stärke des Teams: Die Kompetenz aus Adversarial ML, Offensive Security, Datenintegrität und rigorosem Benchmarking ist mit demselben Anspruch direkt in die Runtime- und Governance-Ebenen eingeflossen. Außerdem wurde das Team um Beratende erweitert, die zusätzliches Fachwissen den Bereichen Vertrieb und Markteinführung (GTM), KI-Governance und Compliance, technische Forschung zur KI-Sicherheit sowie Strategie und Governance einbringen.
Wer profitiert von eurem Produkt/eurer Lösung und warum?
Teams, die KI entwickeln oder einsetzen und die Risiken im Griff behalten müssen, die daraus für ihre Systemlandschaft entstehen. Besonders relevant ist das in regulierten Branchen. Konkret erleichtern wir den Arbeitsalltag von:
- CISOs, die Risiken ihrer KI-Systeme wie Datenlecks, Prompt Injection und missbräuchliche Nutzung reduzieren und gleichzeitig die Compliance ihres KIEinsatzes sicherstellen, alles auf einer Plattform, die auf Knopfdruck die passenden Reports liefert.
- Executives und AI/Innovation Leads, die das Tempo der KI-Entwicklung mitgehen und ihre Teams KI einsetzen lassen wollen, ohne die Risiken in Kauf nehmen zu müssen. Adversariale Angriffe mit KI als Vektor, Datenlecks und missbräuchliche KI-Nutzung durch Mitarbeitende sind mit uns beherrschbar, bei voller Transparenz darüber, was im eigenen AI-Stack tatsächlich passiert.
- Teams, die KI produktiv nutzen wollen. Ohne Absicherung reagieren Unternehmen häufig mit pauschalen Verboten bzw. starken Einschränkungen. Wir sorgen dafür, dass KI freigegeben bleibt, statt aus Vorsicht gesperrt zu werden.
Was sind eure nächsten Schritte?
Nach dem Bootstrapping zu einem performanten Produkt mit ersten zahlenden Kunden in regulierten Sektoren starten wir im Herbst eine Fundraising-Runde und sprechen gezielt Angel-Investoren und VC-Fonds an. Parallel bauen wir das Commercial Team aus (Forward Deployed Engineers, Account Executive, US-GTM-Lead) und erweitern unser Channel-Partner-Netzwerk um Transformations- und Security-Beratungen sowie MSPs. In den USA bauen wir gezielt Partnerschaften auf, um früh Marktzugang zu haben. Dazu kommen Keynotes auf internationalen Security- und AI-Konferenzen sowie der Abschluss unserer Forschungskooperation mit dem ETH AI Center zu Agentic Security, deren Ergebnisse wir veröffentlichen. Parallel lassen wir unsere Threat-Detection-Fähigkeiten durch externe Benchmarks unabhängig validieren.
Läuft alles nach Plan, stehen wir in zwölf Monaten bei rund 1,75 Mio. Euro Annual Recurring Revenue (ARR), acht Mittelstands- und drei Enterprise-Kunden in regulierten Branchen in Europa und den USA, zwölf aktiven Vertriebspartnern (Channel Partner) und zwei akademischen Publikationen.
Warum seid ihr überzeugt, dass genau ihr erfolgreich sein werdet?
Unsere Stärke liegt in der Kombination aus der Tiefe unserer Threat-Detection und einfacher Nutzung. Unser Offensive-Background verschafft uns einen klaren Vorteil: Wir kennen KI-Sicherheitsbedrohungen aus der Angreifendenperspektive und wissen deshalb genau, wie Tools wie unseres ausgehebelt werden können.
Ergänzt wird das durch eine starke akademische Forschungsbasis, die unsere Modelle ein breiteres und tieferes Spektrum an Problemen erkennen lässt als der Wettbewerb. Und all das in einem Produkt, das sich einfach deployen lässt und lokal in der Umgebung unserer Kundinnen und Kunden oder in deren Private Cloud läuft. Die Daten bleiben in ihrer Hand.
Hinzu kommt der kommerzielle Unterbau: Ein Team mit echter Erfahrung in Sales, Markteintritt, Fundraising und Venture Capital. Unsere technische Tiefe bleibt dadurch nicht in der Forschung stecken, sondern kommt beim Kunden an. Einzelne Wettbewerber decken jeweils einen Teil davon ab, aber nicht das Gesamtbild.
Was waren die größten Erfolge und Hürden bisher?
Anfangs haben wir uns auf eine Lösung für Data Poisoning konzentriert, eine wirkungsvolle Angriffsklasse, die für Unternehmen mit KI-Einsatz zu einem ernsten Problem wird. Schnell wurde uns klar, dass wir der Marktentwicklung voraus waren. Den meisten Unternehmen fehlte noch die grundlegende Sichtbarkeit über ihre KI-Systeme, geschweige denn die Kapazität, sich um vergiftete Trainingsdaten zu kümmern.
Dort anzufangen war rückblickend kein Fehler: Es hat uns unsere Detection-Fähigkeiten gebracht, und mit der Reife des Markts ist daraus ein echtes Differenzierungsmerkmal geworden. Wir schützen Agents vor dieser Angriffsklasse und ermöglichen den Einsatz von RAG Systemen, ohne dass sich Unternehmen um Schwachstellen sorgen müssen, die die meisten Wettbewerber bis heute nicht adressieren. Die Gespräche mit CISOs über diese fortgeschrittenen Angriffe haben uns zudem gezeigt, wie dringend das Thema KI-Visibilität tatsächlich ist. Das hat unsere Produktrichtung geprägt und uns in die Lage versetzt, genau die Lücke zu schließen, vor der sie stehen.
Warum habt ihr euch beim ATHENE Startup Award UP26@it-sa beworben?
Ausschlaggebend war die Chance, auf der it-sa zu präsentieren und die richtigen Leute in der Security-Szene zu treffen. Die Auszeichnung würde außerdem in Investorengesprächen helfen, in einer Phase, in der wir genau das gut gebrauchen können. Der Forschungsruf des Fraunhofer-Instituts, das Netzwerk aus Industriepartnern und die Validierung unserer Arbeit durch eine Fachjury haben die Entscheidung leicht gemacht.

